Budapester
Ein eleganter Klassiker unter den Herrenschuhen, der nie aus der Mode kommt, ist der Budapester. Ob das erste Modell tatsächlich aus Ungarns Hauptstadt kam, lässt sich nicht sicher belegen. Doch weist ein Budapester einige Merkmale auf, die typisch für Schuhe aus Osteuropa sind.
In den Farben Braun, Cognac und Schwarz sowie zweifarbig fällt sogleich sein typisches Muster – die Lyralochung – ins Auge. Die Doppelnähte wirken ebenfalls attraktiv. Flügelkappe und Fersenkappe sowie ein prägnanter Absatz sind weitere typische Details dieses Schnürschuhs. Der Leisten für einen Budapester ist breit und gerade und läuft in eine aufgeworfene runde und ebenfalls breite Spitze aus. Das Resultat ist ein nicht nur schön anzusehender, sondern außerdem äußerst bequemer Schuh. Die doppelte Sohle ist bei einem guten Hersteller selbstverständlich rahmengenäht.
Wegen seiner kompakten Form steht der Budapester größeren Herren besonders gut. Ein Budapester rundet hochwertige Bekleidung perfekt ab. Oft genug ist zu beobachten, dass die Träger qualitativ guter Kleidung Schuhen zu wenig Aufmerksamkeit widmen und so im wahrsten Sinne des Wortes ihren modischen Auftritt beeinträchtigen. Mit einem Budapester beweist sein Besitzer Geschmack. Dennoch ist bei diesem charakteristischen Schuh auf eine harmonische Gesamtwirkung zu achten. Ein Budapester passt nicht zu jedem Stil. Ein Budapester mit seiner auffällig gestalteten Optik und seinem noblen Image verlangt von seinem Träger ferner ein gewisses Selbstbewusstsein.
Ein handwerklich gut verarbeiteter Budapester macht viele Jahre Freude. Sein höherer Anschaffungspreis amortisiert sich durch seine Haltbarkeit und als modischer Evergreen.
Eine witzige Randbemerkung zum Schluss: Budapester, die übrigens tatsächlich auch in Budapest gefertigt werden, heißen dort Karlsbader.